Der US-Präsident George W. Bush hat laut verschiedener Medienberichten Israel „gelbes Licht“ (amber light) für einen Angriff auf den Iran gegeben. Ein Pentagon-Mitarbeiter dazu: „Amber means get on with your preparations, stand by for immediate attack and tell us when you’re ready.“
Gemeint ist damit, dass Israel freie Hand für einen Angriff auf den Iran hat, die USA allerdings erstmal nicht selber einschreiten wollen (wobei dies in einem Angriffsfall schnell geschehen kann, A.d.R.). So soll Israel nicht einmal das Recht haben, amerikanische Militärstützpunkte im Irak für die eigene Kriegslogistik nutzen zu dürfen. Vorraussetzung für einen Militärschlag sei aber, dass die Verhandlungen mit dem Iran um das Atomprogramm gescheitert sind. (mehr…)
Juli 14, 2008
Berichte:
- Reuters berichtet, dass George W. Bush der Meinung sei, dass „the Iran nuclear issue can be solved diplomatically and that U.S. allies including Israel favor the same approach“. Reuters beruft sich auf eine Verlautbarung des Weißen Hauses. Und Reuters weiter: „Asked whether Israeli officials were pressuring the U.S. administration to take military action against Iran before Bush leaves office, White House spokeswoman Dana Perino said the United States and its allies, including Israel, wanted a diplomatic solution.“ Diese Äußerungen sind in sofern interessant, als dass man in der letzten Zeit aus Washington immer eher das Gegenteil vernommen hat.
- Die chinesische Nachrichten Agentur Xinhua meldet, dass Javier Solana, Außenbeauftragter der EU, in Genua seine Strategie im Konflikt um das iranische Atomprogramm kurz erläuterte: “With Iran, we have a dual strategy: on the one hand negotiations … and at the same time action through the United Nations“. Letzteres meint die Verhängung von Sanktionen.
Meinungen:
CBS-National Security Correspondent David Martin beschreibt in einer Analyse auf
CBSNEWS.com die Situation im Konflikt um das Atomprogramm ziemlich gut. Hier ein paar Ausschnitte:
„Israel erhöht den Druck, macht der Bush-Administration in jeder möglichen Art und Weise klar: „wenn ihr es nicht macht, machen wir es.“ Dies ist eine Drohung, die nicht allein in Washington, sondern in jeder Hauptstadt dieser Welt gehört werden wird – Teheran inklusive.“
„Jeder stimmt zwei Dingen zu: 1.) Iran mit einer Bombe wäre ein Desaster und 2.) Bomben auf den Iran wären ein Desaster. Die einzige Auseinandersetzung gibt es darüber, welches das größere Desaster wäre.“
„Die wirkliche Frage ist: „Wo ist Israels rote Linie? Was wäre der Auslöser für einen Angriff?“ Man kann sich sicher sein, dass der Iran darüber schon viel nachgedacht hat.“
„Ein sehr viel wahrscheinlicheres Szenario wäre, dass der Iran einwenig des schwach angereicherten Urans aus Natanz zu einer geheimen Anreicherungsanlage bringt, wo es zu einem waffenfähigen Gehalt angereichert wird.“
Leider stellt David Martin nicht die Frage, ob der Iran überhaupt Atomwaffen produziert. Auch wenn viele amerikanische Medien so tun: bewiesen ist die Existenz eines iranischen Atomwaffenprogramms bisher nicht.
Juni 26, 2008